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| Ziemlich cool: Sportstudent Toni Wilhelm vom
Windsurfclub Überlingen in Aktion und ganz entspannt vor dem
Abflug zu den Olympischen Spielen nach Athen. Bilder: Ganzert/
Landesseglerverband Ba-Wü
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Er ist wohl die größte
Überraschung im Team des Deutschen Seglerverbandes für Athen 2004:
Kaum einer hätte erwartet, dass sich der 21-jährige Toni Wilhelm bei
den Weltmeisterschaften der Surfer mit Platz acht so souverän für
die Olympischen Spiele qualifiziert, als wäre er schon seit Jahren
Teil der Weltelite. Dabei war er bislang immer "nur" Deutschlands
Nummer drei. "Ich kann locker an wichtige Wettkämpfe herangehen und
bin ein superehrgeiziger Mensch", sagt Toni Wilhelm und bewies es in
dieser Saison nachdrücklich. Locker ist Toni Wilhelm, keine Frage
und mit seiner freundlichen, verbindlichen Art gewinnt er jeden.
Rund 150 Tage Trainings- und Regattatage absolvierte der Student,
der Mitglied des Windsurfclub Überlingen ist, allein im Jahr 2003 -
es hat sich gelohnt. "Meine Qualifikation war auch für mich eher
eine Überraschung", freute sich Toni Wilhelm und gesteht, dass "die
Teilnahme an Olympischen Spielen schon immer sein größter Traum
war".
Mit acht Jahren machte der heutige Sportstudent (in Kombination
mit BWL und öffentlichem Recht in Kiel) aus der Nähe von Lörrach
einen Surf-Anfängerkurs auf dem italienischen Gardasee. "Schuld"
daran war sein Surfbegeisterter Vater, der seinen Sohn fortan in
jeder Hinsicht tatkräftig unterstützte. Einige Jahre später wurde
dann der damalige Surf-Landestrainer aus Baden-Württemberg, Tilo
Schnekenburger (Überlingen), auf den surfenden Jungen aufmerksam und
berief ihn in den Landeskader. Das war im olympischen Jahr 1996, als
ein anderer Surfer aus dem Ländle auf dem besten Weg zu den
Olympischen Spielen war: Matthias Bornhäuser (ebenfalls WSCÜ) wurde
in Atlanta 1996 Zehnter...
Toni Wilhelms Weg
war weder richtig steil noch steinig, dafür stetig und immer selbst
bestimmt: Nach der elften Klasse ging er von seinem Heimatgymnasium
an das Droste-Hülshoff-Gymnasium in Meersburg, um öfter surfen zu
können. Im Landesleistungszentrum Segeln in Friedrichshafen
absolvierte er sein freiwilliges soziales Jahr im Sport und dass er
jetzt in Kiel studiert, hat natürlich auch seinen sportlichen
Grund.
Bisher war Toni Wilhelm immer die deutsche Nummer drei, war
C-Bundeskader und stieg also nicht wie der sprichwörtliche Phönix
aus der Asche hervor. Ein bisschen hat er von diesem aber doch, denn
bei EM und WM 2003 begann das nationale Überholmanöver Wilhelm: Toni
war plötzlich zweitbester Deutscher und bei den Weltmeisterschaften
Mitte April 2004 war er der beste Deutsche und auch bei den
Europameisterschaften unterstrich er seinen Leistungsanstieg
nachdrücklich mit einer Top-Ten-Platzierung und bei der großen
Kieler Woche hat er nur knapp den Sieg verpasst. Die Fachleute sehen
Toni ziemlich weit vorne und trauen ihm Platz drei oder vier zu.
Lange müssen sich die Segel- und Surffans nicht mehr gedulden, am
14. August fällt der Startschuss und dann ist die Zeit der
Vorbereitung vorbei.
Toni Wilhelm freut sich "dass das Segel- und Surfrevier so nah am
olympischen Dorf ist". Meist sind die Segler und Surfer fern ab vom
olympischen Leben, wenn das Olympische Zentrum im Binnenland ist,
und selten können sie bei den eindrucksvollen Eröffnungs- oder
Abschlussfeiern dabei sein. Dabei sind sie es doch, die am längsten
für ihre Medaillen kämpfen müssen: Die olympischen Surfwettbewerbe
dauern 14 Tage, inklusive zweier Ruhetage. Toni Wilhelm surfte in
diesem Jahr auf seiner Erfolgswelle und weiß, dass die Trauben bei
den Olympischen Spielen besonders hoch hängen. Seine Prognose für
Athen ist eine ungefähre: "Ich möchte gerne in die Diplomränge
surfen", sagt er. Was immer das auch heißt.
Und danach? Danach ist davor - heißt es im Volksmund und der
21-Jährige kann sich heute schon sehr gut vorstellen, auch bei den
Olympischen Spielen 2008 in Peking an den Start zu gehen.
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