So stürmisch der Auftakt am Freitagabend

war, so strahlend war

das Finale des Promenadenfests

am gestrigen Sonntag – zumindest bis

zum Schluss der hier einfließenden redaktionellen

Beobachtungen. Dazwischen

wurde den Besuchern bisweilen

zwar ein Wechselbad der Gefühle und

der Festfreude beschert, doch zur entscheidenden

Zeit hielt Petrus den

Überlingern die Stange. Dies galt für

den ersten Abend ebenso wie für die

Zeit des phänomenalen Feuerwerks

und den gestrigen Nachmittag.

Der Ferienkalender und das seit einigen

Jahren erstmals wieder beanspruchbare

festliche Alleinstellungsmerkmal

zwischen Uhldinger Hafenfest

und Salemer Schlossseefest

schien die ganze Region auf der Überlinger

Vergnügungsmeile versammelt

zu haben. Dass es angesichts einer

derartigen Dichte auch zu Gerangeln

kommt, scheint inzwischen nicht

mehr ganz vermeidbar zu sein (siehe

auch Seite 15). Doch trotz Querelen

behielt die Heiterkeit die Oberhand.

Auf der Promenade waren Unterhaltung

und Verköstigung in so reichem

Maße geboten, dass jeder auf seine

Kosten kam. Vom Kunstmarkt im Badgarten

und der neuen Kulturbühne

vor dem Kursaal über die mobilen Musiker

am Ufer bis zum neu strukturierten

Areal am Mantelhafen herrschte

so drei Tage munteres Treiben. Zwei

Kontrapunkte setzten nach ihrer Rochade

die „Seegumper“, die je nach

Perspektive – den fetzigen Auftakt

oder das schwungvollen Ende der

Festmeile markierten, und die Chorgemeinschaft,

die mit ihrer Sängerlaube

zur Plattform vorgerückt sind.

Pulsierender Pol im Festtrubel waren

der Windsurfclub, die Handballer

des Turnvereins und der FC Bonndorf

rund um die Live-Bühne am Landungsplatz,

die bis um Mitternacht eine

lebendige Stimmung verströmte.

Die Vereine hatte Oberbürgermeister

Volkmar Weber schon als „Herz der

Stadt“ bezeichnet; sie sollen letztendlich

auch von dem Spektakel profitieren.

Deshalb war die Tanzbar „Broadway“,

die im Vorjahr quasi mit trojanischem

Pferd auf der Promenade präsent

gewesen war, dieses Mal nicht zugelassen

worden. Auf der anderen Seite

haben viele Vereine im Verlauf der

Festhistorie schon das Handtuch geworfen,

weil ihre Mitglieder lieber mitfeiern

als Bier zapfen. Wie im Vorjahr

die Feuerwehr und in diesem Jahr

kurzfristig die Fußballer des FC 09.

Auf der anderen Seite gibt es die alten

Felsen in der Brandung und andere,

die dabei sind, es zu werden. So wie

die „Seegumper“, die mit ihrer mitreißenden

Musik und ihrer Bewirtung

schon zu einem neuen Magneten geworden

sind. Den beschwipsten Cocktails

bei der Fiesta Mexicana des Montessori-

Kinderhauses hatte die evangelische

Kirchengemeinde eine alkoholfrei-

süffige Alternative an die Seite

gestellt. Neu im Verbund waren die

beiden Segelclubs BYCÜ und SMCÜ,

die am mobilen Landesteg vor den

Seeschulen Schnuppersegler mit ins

Boot holten.

Mit einigen Knall-, vor allem aber

optischen Überraschungeffekten begeisterte

Feuerwerker Harald Reisacher

in diesem Jahr gleich von zwei

Schiffen aus nicht nur das dicht gedrängte

Publikum an der Promenade.

Mehrere Schiffe und viele Boote waren

noch kurz vorher ausgelaufen, um

das Lichterspektakel vom See aus zu

verfolgen. Dessen leicht gekräuselte

Oberfläche war in gleißend-farbiges

Licht getaucht, als sich die Leuchtspuren

am Himmel zu blühenden

Sträußen vereinten.

VON

HANSPETER WALTER