Windstille zehrt an den Nerven der Surfer
Windsurf-Cup: Von fünf Läufen konnte einer gestartet werden - Toni Wilhelm Sieger in der Mistralklasse
Überlingen (ub) Viel Sonne, aber wenig Wind. Davon war der 28. Überlinger Windsurf-Cup gekennzeichnet. Von den fünf vorgesehenen Läufen konnte gerade ein einziger gestartet werden. Sieger in der Mistralklasse wurde der Olympia-verdächtige Toni Wilhelm vom Windsurfclub Überlingen (WSCÜ).
Ein ganzes Wochenende lang war auf dem WSCÜ-Gelände neben dem Nußdorfer Strandbad geduldiges Warten angesagt. Warten, ob nicht doch einmal ein bisschen Bewegung in die tropisch heiße Sommerluft kommt. Erst am Samstagabend kurz nach 6 Uhr war ein leichtes Lüftchen zu spüren. Zwischen einem und zwei Beaufort maß Regattaleiter Gilbert Mattes. Gerade so viel, um die Surfer ein bisschen voranzutreiben. Aber das wars dann auch schon.
Stürmischer ging es bei der abendlichen After-Surf-Party mit DJ Gil und seiner Multi-Media-Show mit furiosen Surf-, Snowboard- und Skater- Clips auf der Großleinwand zu.
Der Sonntag aber erschöpfte sich dann, abgesehen von der aus dem einzigen Lauf am Samstag resultierenden Siegerehrung, gänzlich in Wartestellung. Nicht der geringste Hauch von Lüftchen wollte aufkommen. Lokalmatador Toni Wilhelm, dem Sieger in der Mistral-Klasse, kam das nicht einmal so ganz ungelegen. Der Drittplatzierte im deutschen Bundeskader mit berechtigten Hoffnungen auf eine Olympiateilnahme 2004 büffelte in einem stillen Eckchen auf das mündliche Abi, das ihm diese Woche am Meersburger Droste-Hülshoff-Gymnasium bevorsteht.
Für die Siegerehrung legte er die Bücher beiseite. In der Mistral-Klasse legte er den rund fünf Kilometer langen Dreieckskurs als Schnellster zurück, gefolgt von Fabian Wäldin aus Karlsruhe und Stefan Bussler vom WSCÜ.
In der offenen Klasse, in der Segel bis zu 13 Quadratmetern gefahren wurden, siegte Rudolf Pfützenreuter aus München vor Thomas Ertmer aus Immenstaad und Toni Wilhelm. Für die internationale Bodenseemeisterschaft konnte das Rennen allerdings nicht gewertet werden, da das Reglement eine Mindest-Windstärke von zweieinhalb Beaufort vorsieht. Indessen konnte sich WSCÜ-Präsidentin Heike Sommer über den Sonderpreis für die beste Dame freuen. Das kam für sie nicht überraschend. Denn die Damen hatten sich in diesem Jahr rar gemacht und überließen Heike Sommer die alleinige Vertretung des zarten Geschlechts.
Mit 37 Teilnehmern war das Starterfeld überhaupt deutlich kleiner als sonst. So mancher Surfer ist wohl aufgrund der Wetterprognosen gleich gar nicht angereist.
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© skol 25.06.2002