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Kurzer Zwischenbericht Toni Wilhelm:
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Hallo alle zusammen! Nach den olympischen Spielen im Sommer 2004 ging es bei mir sehr ruhig zu. Ich brauchte nach zwei sehr intensiven und harten Jahren erst einmal etwas Ruhe und Pause, nicht zuletzt um mich auch endlich etwas konzentrierter meinem Studium der Sportwissenschaft in Kiel widmen zu können. Letztes Jahr im November wurde dann nach langem hin und her der doch schon in die Jahre gekommene Mistral One Design abgeschafft und durch den Neilpryde RS:X ersetzt, der doch schon wesentlich stärker den modernen Boardkonzepten der Windsurfindustrie entspricht. Allerdings sollte diese Entscheidung für eine etwas längere (Zwangs)-Pause vom olympischen Regattasport sorgen als ursprünglich vorgesehen…Produktionsprobleme und die (zurecht) harten Auflagen der ISAF machten eine Auslieferung des Materials vor Juni unmöglich. Hinzu kamen große Unregelmäßigkeiten der Liefertermine, sowie sehr komische Auslieferungspraktiken, was die Auswahl der Länder anging, an die zuerst ausgeliefert wurde. So konnten einige Nationen schon im Juni mit dem Training und den Test auf dem neuen Material beginnen, andere hingegen wurden erst im August mit den lang ersehnten Lieferungen beglückt. Ich selbst bekam mein Material als erster Deutscher Anfang August, stieg allerdings erst Anfang September in das RS:X-Training ein. Zuvor versuchte ich mich durch viel Formulatraining auf das neue Brett vorzubereiten. Im DWC konnte ich mich nach einjähriger Pause wieder gut durchsetzen und erreichte am Ende der Saison auf Sylt den deutschen Vizemeister und auch in der Formulagesamtwertung einen super 2. Platz Mitte August stand für mich meine aller letzte One Design Regatta an: die Universiade in Izmir das 2. größte Multisportevent nach den Olympischen Spielen mit jeweils nur zwei möglichen Teilnehmern pro Nation. Dort konnte ich als bester Deutscher einen klasse 3. Platz in einem extrem starken Teilnehmerfeld belegen. Ebenso eine Bronzemedaille gewannen wir als deutsche Mannschaft in der Teamwertung dieser Veranstaltung. Danach ging es also, wie bereits angesprochen, endlich auf mein neues „zu Hause“ für die kommenden Jahre…und….ich muss zugeben…anfangs war ich nicht wirklich überzeugt von der knapp 20 kg schweren Plancke!!! Ich hatte leider das Pech, in den ersten 20 Minuten meiner Premiere sehr unbeständige Bedingungen zu haben…und da der Tanker bei Leichtwind eher mit einer Schildkröte als mit einem Surfbrett zu vergleichen ist, kann sich glaube ich jeder vorstellen, dass meine Augen nicht gerade vor Glück und Spaß aufblitzten…;-) Aber all das sollte nur reine Gewöhnungssache sein…bei Gleitwind ist es ein riesen Spaß, und bei Leichtwind muss man beißen…was auch seinen Reiz hat!!! Rein Fitnesstechnisch gesehen, ist der RS:X , vor allem bei Leicht- Mittelwind eher noch anstrengender als der One Design und Taktisch mussten wir auch keine Abstriche machen…das bedeutet wohl ganz schön viel Arbeit! Ende September ging es für uns nach Cadiz/Spanien zum ersten RS:X Event. Am ersten Oktober Wochenende ein RS:X Testevent, bei dem ich nach erst 10 Tagen Training und vielem Ausprobieren noch nicht richtig glücklich aussah. Bei der darauffolgenden Raceboardweltmeisterschaft konnte ich mich allerdings wieder in der Weltspitze „etablieren“ und belegte Overall den 12. Platz. Unter den RS:X Teilnehmern (alle wichtigen und wirklich guten Leute fuhren den RS:X) sprang für mich der 8.Platz heraus. All das lässt mich positiv in die Zukunft blicken, und ich hoffe dass ich mich im kommenden Jahr richtig in der Weltspitze festsetzten kann, um meinem Ziel einer olympischen Medaille einen großen Schritt näher zu kommen. Ich hoffe Ihr drückt mir alle die Daumen für die kommenden Jahre. Gleichzeitig möchte ich mich herzlich für jegliche Unterstützung eurerseits bedanken und hoffe ihr steht mir soweit es geht zur Seite! Viele liebe Grüße Toni Wilhelm
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