Toni Wilhelm, der Surfer ohne Tümpel 

Der 18-jährige Surfer vom Droste-Hülshoff-Internat ist auf dem Weg zum erfolgreichen Profi · "Werde meine ganze Zeit dem Windsurfen widmen" 
 

Toni Wilhelm, geboren am 5. Februar 1983 in Lörrach. Lörrach? Keine Seen weit und breit und nicht einmal ein kleiner Tümpel. Da stellt sich die Frage: Was hat Toni Wilhelm mit Windsurfen am Hut? Sein Vater war es, der ihn im Alter von acht Jahren in den Ferien dazu brachte, und er blieb dabei. Jede Ferien ging es von diesem Zeitpunkt an zum Windsurfen. Und es sollte in naher Zukunft nicht nur beim einfachen Hobby-Surfen bleiben: 1993 nahm Toni zum ersten mal am Higfly-Junior-Cup teil und konnte ihn gleich für sich entscheiden. 
Im Januar 1994 gewann er eine Mistral One Design Ausrüstung und beschloss, voll in den Regattasport einzusteigen. In der Mistral One Design Klasse wurde er in den Landeskader Baden-Württemberg berufen und konnte sich nach oben arbeiten. Auch das Funboard kam bei Toni nie zu kurz. Er stieg in die damalige Formel 25 (späterer DWC) ein, nahm an der Super 8 teil, deren Finale er 1995 für sich entscheiden konnte. Diese zweigleisige Schiene fuhr er bis heute, was ihn zu einem der besten Allrounder Deutschlands gemacht hat: Er ist erfolgreicher Bundeskader-Athlet in der olympischen One Design Klasse und einer der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente in der neuen Formula Windsurfing Klasse. 
Ende August ging es für Toni nach Italien zur FW-Jugend-Weltmeisterschaft. Am Start waren 45 Jugendliche unter 18 Jahren. Im schwachwindigem Revier vor den Toren Roms brachten sechs Läufe die Entscheidung. Weltmeister 2001 wurde Michal Polanowski aus Polen, gefolgt von dem Briten Robby Swift. Toni belegte den beachtlichen dritten Rang. Zur Zeit ist Toni auch im Eurocup auf Erfolgskurs. Am Silvaplaner See in der Schweiz belegte er bei den Herren einen sehr guten 21. Platz (Junioren U 22, 3. Platz), und ist somit vor dem letzten Eurocup in Holland bester Deutscher auf dem 18. Rang, noch vor Andi Laufer. 
Toni wechselte letztes Jahr auf das Droste-Hülshoff-Internat am Bodensee, um seinen Sport noch professioneller ausführen zu können. Denn wie schon gesagt, zu Hause gibt es nicht einmal einen kleinen Tümpel. Im kommenden Jahr muss der Sport jedoch etwas zurückstecken, denn das Abitur steht an. Danach, verspricht Toni, wird aber "richtig Vollgas gegeben. Ich werde alles geben und meine ganze Zeit dem Windsurfen widmen". 

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